Rezension zu dem Buch

"Alles Licht, das wir nicht sehen" von Anthony Doerr

Fesselnde Geschichte in der Zeit des 2. Weltkrieges über ein blindes Mädchen, das den wohl wertvollsten Schatz Frankreichs versteckt hält – absolut lesenswert.

Marie-Laure ist im Alter von 6 Jahren erblindet und wird von ihrem Vater allein erzogen. Sie wächst praktisch im Nationalmuseum von Paris, dem Arbeitsplatz ihres Vaters, auf. Im Museum lagert seit 200 Jahren verschlossen ein sehr wertvoller Diamant, auf dem angeblich ein Fluch lasten soll. Als der Krieg ausbricht, wird der Stein hervorgeholt. Außer dem Original existieren noch 3 Fälschungen. 4 Angestellte des Museum, darunter Marie-Laures Vater, bekommen je einen Stein mit der Bitte, diesen zu verstecken, damit er den Feinden nicht in die Hände fällt. Niemand weiß, ob es sich um den echten Stein oder eine Fälschung handelt.

Ein zweiter Handlungsstrang handelt von Werner, der in Deutschland zusammen mit seiner Schwester in einem Waisenhaus aufwächst. Werner ist in technischen Dingen sehr begabt und repariert Radios, was ihm zu einem Schulplatz in der Nazischule in Schulpforta verhilft. Von dort wird er nach der Ausbildung in den Krieg geschickt, um Sender der Feinde zu orten und zu finden. Der Krieg verschlägt ihn ausgerechnet nach Saint-Malo, wohin Marie-Laure und ihr Vater zu einem Verwandten geflüchtet sind.

Hat Marie-Laures Vater den echten Stein versteckt oder handelt es sich um eine Fälschung? Was hat es mit dem Fluch auf sich? Schützt er tatsächlich diejenigen, die ihn besitzen und tötet ihre Liebsten?

Wie ergeht es Werner im Krieg? Wird er seine Schwester jemals wieder sehen? Fragen über Fragen, die sich erst im Laufe der Geschichte nach und nach klären.

Der Autor hat es geschafft, mich als Leserin vollkommen in den Bann der Geschichte zu ziehen. Die Sprache ist leicht verständlich, dabei aber auch absolut leicht und schwerelos, verzaubernd. Der tolle Schreibstil hat mich von Beginn an gefesselt. Auch war es mir problemlos möglich, mich in die Protagonisten hinein zu versetzen. Einzig die Zeitsprünge haben mir gegen Ende des Buches, als sie zeitlich sehr nah beieinander lagen, manchmal Probleme bereitet.

Das Buch war für mich in diesem Jahr ein Highlight. Es hat so viele Facetten, dass ich es sicher in naher Zukunft noch einmal lesen werde. Ich bin sicher, dann noch einmal Neues darin zu entdecken. Die Zustände in Kriegszeiten, die Ängste der Menschen in allen beteiligten Ländern, die Anfeindungen der Juden und die menschenunwürdigen Behandlungen „unbeliebter“ Personen sind eindrucksvoll und authentisch beschrieben.

Aufgrund der hohen Spannung, die sich durch das ganze Buch hält, kann ich den Roman absolut und ohne Einschränkungen weiterempfehlen. Für mich ist er 5 von 5 Sternen wert.

 

14.4.15 18:51

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen